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Der Tag X – Schockstarre 

Es war so ein kalter verregneter Tag Mitte Februar. Ich hatte schon so ein ungutes Gefühl in meinem Bauch. Das Gefühl, was mich die letzten 2 Wochen davon abhielt, auf mein Konto zu schauen. Kennst Du das auch? Ich wollte es einfach ignorieren. Ich wollte dran glauben, dass alles Okay ist. Aber das war es nicht.

Und nun hatte ich es schwarz auf weiß: Mein Konto war leer.
Was aber noch viel schlimmer war: mein Sparbuch war auch leer. Ich war pleite.

Mein Sparbuch hat mir in den letzten Monaten immer treue Dienste geleistet, wenn es einmal eng wurde. Doch nun war nicht mal mehr eine eiserne Reserve vorhanden.

Ich wusste schlichtweg nicht weiter. Wie in Schockstarre, so fühlte ich mich. Ich konnte nicht glauben, was da gerade passiert. Mein Magen verkrampfte sich. Wo ist denn das ganze Geld hin? Und wie soll es weitergehen? Schließlich war der Monat erst zur Hälfte um.

Kommt Dir diese Situation bekannt vor? Für mich war das der Schlüsselmoment, gepaart mit der Erkenntnis, dass ich ein Problem habe, mit Geld umzugehen. Aber es gibt auch andere Anzeichen, woran Du erkennst, dass dein Umgang mit Geld dringend einer Überarbeitung bedarf:

 

Habe ich überhaupt ein Problem mit Geld?

Jule fragend

Habe ich überhaupt ein Problem?

„Ich habe kein Problem mit Geld, nur OHNE!“

Nun aber mal Spaß bei Seite. Wenn Du eine der nachfolgenden Aussagen bejahst, empfehle ich Dir, den Artikel auf jeden Fall bis zum Ende zu lesen.

  • Du gibst gerne Geld aus, ohne darüber nachzudenken, ob Du Dir das wirklich leisten kannst.
  • Du gibst oft mehr Geld aus, als Du ausgeben willst.
  • Ab und zu rutschst Du schon mal in den Dispo.
  • Du weißt gar nicht genau, wie viel Geld Du eigentlich ausgibst und verdienst.
  • Generell gibst Du meist mehr aus, als Du einnimmst.
  • Du hast keinen Überblick darüber, wie viel Geld sich derzeit in Deinem Portemonnaie, auf Deinem Konto und Deinem Sparbuch befindet.
  • Sparen fällt Dir schwer bzw. Du hast gar keine Sparrücklagen.

Und, bist Du noch mit dabei? Hast Du Dich wieder erkannt? Aber viel wichtiger ist  die Frage: Willst Du etwas an Deiner Situation ändern?

Ja? Super, das ist ausgezeichnet! Dann sollten wir gleich loslegen.

 

Deinem Geld auf der Spur

Geld unter der Lupe

Geld unter der Lupe

Ich hatte völlig den Überblick verloren. Ich habe gehofft und gebangt, aber einen Plan von meiner finanziellen Situation hatte ich nicht. Also bestand mein erster Schritt darin, mir einen Überblick zu verschaffen.

Das gelingt Dir am besten, wenn Du es Dir abends in Ruhe, bei einer Tasse Tee oder heißer Schokolade gemütlich machst. Schaffe Dir eine Wohlfühlatmosphäre. Nimm Dir nun Deine Kontoauszüge des letzten Monats zur Hand.

 

Tief durchatmen! Jetzt geht der erste Teil Deines neuen Lebens los.

 

1. Schritt: Dein Kontoauszug durchforsten

Dein Kontoauszug ist die erste Anlaufstelle. Am besten, Du druckst ihn Dir Schwarz auf weiß aus. Es ist auf jeden Fall besser, wenn Du ihn in Papierform vorliegen hast. Da kannst Du auch viel besser markieren, was Du schon hast. Das macht sich auch besser, wenn Du Dir Notizen dran schreiben willst.

Wenn Du den Kontoauszug überfliegst, solltest Du schon ein erstes Gefühl dafür bekommen, wo dein Geld hin fließt.

 

2. Schritt: Wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben notieren

Nach dem zu Deinen Kontoauszug das erste Mal grob durchgeschaut hast, gehst Du ihn jetzt noch ein zweites Mal gewissenhafter durch. Diesmal betrachtest Du Dir die fixen, sprich den immer wieder kommenden Ein- und Ausgaben. Notiere Dir diese. Dafür kannst Du die PDF-Vorlage Geldklarheit.pdf nutzen. Wenn Du es gleich ins Excel übertragen willst, nimm die Datei Geldklarheit.xlsx.

Wenn Du Dir unsicher bist, ob es eine fixe Ein- bzw. Ausgabe ist, kann Dir der Kontoauszug des Vormonats helfen. Ist die Ein- bzw. Ausgabe da auch in gleicher Höhe zur ungefähr gleichen Zeit abgebucht wurde? Dann ist das wahrscheinlich auch die nächsten Monate eben so, also fix.

Versuche nun die folgenden Ein- und Ausgabe herauszufinden:

  1. Monatlichen Einnahmen (Lohn/Gehalt, Nebenjob, Kindergeld etc.)
  2. Monatlich wiederkehrenden fixen Kosten (z.B.: Miete, Strom, Handy, Versicherung, Abos, Kredite, Sparen, Spenden etc.

Gerade zum Jahreswechsel kommen viele jährliche Versicherungen und Steuern dazu. Diese solltest Du auch unbedingt notieren, die verlieren wir übers Jahr schnell aus dem Blick. Am besten Du teilst diese jährlichen Ausgaben durch 12 und berechnest sie in Deine fixen Ausgaben mit ein. Die Vorlage erleichtert Dir das Eintragen.

Alles was Du nun von Deinem Kontoauszug in die Liste übernommen hast, kannst Du nun wegstreichen.

3. Schritt: Schwankende Einnahmen und Ausgaben ordnen

Das Sprichwort „Der Teufel steckt im Detail“ trifft für diesen Abschnitt zu. Hier findest Du die Wahrheit. Die kleinen, ungeplanten und unkontrollierten Ausgaben schlagen aus meiner Erfahrung mächtig ins Gewicht. Die sogenannten variablen Ausgaben. Also ran an die Fische.

Variable Ausgaben im Griff

Variable Ausgaben im Griff

Es gibt natürlich auch variable Einnahmen, aber das sind ja nicht unsere Geldfresser. Es sind die variablen Ausgaben. Versuche also Deine Ausgaben weiter aufzuteilen. Dazu habe ich mir meine gesammelten Kontoauszüge des letzten Monats vorgenommen. Diese Ausgaben habe ich dann  in Kategorien aufgeteilt. Zum Beispiel in Essen, Gesundheit & Schönheit, Kleidung, Freizeit, Transport, Weiterbildung, Kinder, Haustiere, Geschenke. Schaffe Dir einfach deine eigene Kategorien.

Du bist ein wenig überfordert?  Weißt Du gar nicht mehr, wofür Du das Geld ausgegeben hast? Hast Du keine Kassenzettel etc. mehr zur Verfügung? Auf dem Kontoauszug steht immer nur „Auszahlung“?

Kein Problem. Hier ist die Lösung:

Das ist eine kleine Aufgabe für den nächsten Monat: Notiere Dir ab heute einen Monat lang alle Ausgaben, die Du tätigst. Damit meine ich alle Ausgaben, die Du später nicht eindeutig dem Kontoauszug zuordnen kannst. Zum Beispiel, Du hebst 50EUR ab und notierst Dir einfach alles, was Du dafür kaufst. Auch hierbei erleichtern Dir die oben genannten Kategorien die Arbeit. Versuche alle variablen Ausgaben in die Kategorien einzuteilen. Hierfür kannst Du die Seite 2 der Vorlagen Geldklarheit.pdf oder Geldklarheit.xlsx nutzen.

Als ich das den ersten Monat gemacht habe, war ich ganz erstaunt, wo mein Geld und vor allem in welchen Massen hinfloss. Ich traute meinen Augen kaum, als ich sah, welches kleine Vermögen ich monatlich in diversen Drogerie-Märkten und beim Babyausstatter gelassen habe.

Tipps zum Durchhalten:

Tipp 1: Sparsam mit Kategorien

Mach nicht zu viele Kategorien, sonst verlierst Du die Lust daran. Es soll einfach und unkompliziert sein. Dabei hilft Dir auch mein zweiter Tipp

Tipp 2: Nutze eine Finanz App

Natürlich musst Du das nicht altmodisch aufpinseln! Dafür haben wir unser Smartphone immer dabei, oder? Eine gute Finanz App wie AndroMoney, Money Manager oder Fast Budget unterstützen dich bei Deinem Vorhaben und helfen Dir, am Ball zu bleiben. Im Artikel Wie mir eine Finanz App meinen A**** rettete erfährst Du, wie genau Dich diese Finanz Apps unterstützen.

Also los geht’s:

  1. Kontoauszüge ausdrucken
  2. Fixe Einnahmen und Ausgaben in der Vorlage Geldklarheit erfassen
  3. Variable Ausgaben mithilfe einer FinanzApp oder händisch erfassen

Resümee

Du hast nun Deine fixen Ausgaben in der Geldklarheit Vorlage eingetragen und summiert bzw. das hat Excel für dich getan. Wenn Du diesen fixen Ausgabenblock von Deinen Einnahmen abziehst, kommst Du zu dem Geld, was Dir monatlich für die variablen Ausgaben wie Essen und Kosmetik etc. zur Verfügung steht. Mit einer App oder auch auf Papier weißt Du nun, wie sich Deine Variablen Ausgaben zusammensetzen.

Damit hast Du nun ein super Fundament geschaffen, damit Du Deine Finanzen entspannt selbst in die Hand nehmen kannst.

Du gibst viel zu viel Geld fürs Shopping aus? Du lässt dich super schnell dazu hinreißen, etwas zu kaufen, wofür du eigentlich gar kein Geld hast? Hol dir jetzt die Kontrolle über dein Geld zurück.

Vielen Dank für deine Zeit. Sie ist das Kostbarste, was wir haben.

Deine Jule

 

Willst Du endlich dahinter steigen, warum Du so viel Geld ausgibst? Hast Du Lust bekommen hast, Deine Finanzen wieder in DEINE Hände zu nehmen und das Beste daraus zu machen, dann habe ich einen Vorschlag:

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