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Eine bewegende Geschichte abseits des Kapital-Gipfels

Der Kapital-Gipfel ging gerade zu Ende. Ich saß noch draußen mit meiner Cola und hing meinen Gedanken nach. Da setzte sich eine Frau zu mir. Ich schätzte sie auf Anfang 40. Sie hatte langes, blondes Haar und war gut gekleidet. Wir waren uns auf Anhieb sympathisch und kamen ins Gespräch. Ich fragte sie, was sie auf ein Event zur privaten Geldanlage führte. Sie sagte nur „Aus Fehlern sollte man lernen!“  Ich schaute sie nur fragend an und sie fing an, von ihrem Traum zu erzählen. Unglaublich, was diese Frau erlebt hat.

Damals hatten wir keine Sorgen

Angelika und ihr Mann machten sich früher, mit Anfang 20, kaum Gedanken ums Geld. Sie hatten noch keine Kinder und das Geld reichte eigentlich immer. Erst als sie eine Erbschaft von ihrer Großmutter über 80.000EUR bekam, änderte sich das. Das Geld wollte sie vernünftig anlegen. Später, so erzählte sie mir, wollten sie das Geld dafür nehmen, sich ihren Traum vom Eigenheim zu finanzieren. „Endlich die eigenen vier Wände.“ Sie strahlte über das gesamte Gesicht, als sie mir das erzählte.

Das Beratungsgespräch

Um sich beraten zu lassen, wie sie das Geld nun am besten anlegen sollten, gingen sie zu ihrem Bankberater. „Das war damals die einzige Möglichkeit, das Geld irgendwie anzulegen“, meinte Angelika zu mir. Sie gaben ihr Geld in seine Hände und dachten sich: „Beim Berater einer Bank ist unser Geld sicher aufgehoben, der weiß schon was er tut. Und es war auch der bequemste Weg für uns“ gab sie zu. “Wir haben ihm blind vertraut, hatten keine Ahnung und es hat uns auch nicht gestört“ Sie erzählte mir, er habe es in verschiedene aktiv gemanagte Fonds investiert. Damals wusste sie nichts damit anzufangen. „Da steigt man ja eh nicht ganz durch, auch bei den Kosten und so.“ Sie kümmerten sich auch nicht weiter drum.

Ein Traum wird wahr

Anfang 2009 war es dann endlich so weit. Angelika und ihr Mann hatten ihr Traum-Haus gefunden.

Es war so, wie sie es sich im Traum vorgestellt hatte, mit einem großen Garten und sogar mit einem kleinen Pool. Ein bezauberndes Anwesen. Gedanklich sah sie sich schon berauschende Feste in ihrem Garten feiern. Und es war so viel Platz zum Spielen für die Kinder. Sie erwarteten ihr ersten Kind und alles schien perfekt zu passen.

Ihr fehlte nur noch das Eigenkapital von 80.0000 aus dem Vermögen und der Kredit für das Traum-Haus würde bewilligt. Also machten sie einen Termin bei ihrer Bank. Angelika dachte sich: „Naja 80.000EUR und noch die Zinsen, da kann man das Haus auch noch schön einrichten.“

Der Tag, der alles veränderte

Es war ein sonniger Tag im Januar als sie den Termin bei der Bank hatten. Sie waren gut gelaunt, hatten Sie doch gerade erfahren, dass ihr Nachwuchs ein kleines Mädchen wird. Doch ihre gute Laune sollte ihr bald vergehen.

Der Bankberater setzte ein besorgtes Gesicht auf und fing an, von liquidierten Fonds und globaler Finanzkrise zu sprechen. Bei dem, was der Bankberater erzählte wurde Angelika richtig schlecht. Sie hatte das Gefühl, als würde ihr gerade der Boden unter den Füßen weggezogen. Von den 80.000EUR sollten nur noch 30.000EUR übrig sein? „Ich habe dem Bankberater vertraut und ihm mein Geld anvertraut.“ Als sie realisierte, dass nun nicht nur das Geld weg war, sondern auch ihr Traum vom Haus, brach sie in Tränen aus.

Der Bankberater bot ihnen zwar noch alternative Investments an, aber die 50.000EUR, die sie verloren hatten, konnte er auch nicht wieder her zaubern. Sie wollten mit dem wenigen Geld was Ihnen geblieben ist, diese Bank nur noch so schnell wie möglich verlassen.

Der Schwur

Als sie an jenem Januar-Tag im Jahre 2009 die Bank verließen, schworen sie sich zwei Dinge für die Zukunft:

  1. Niemandem mehr blind in Geldangelegenheiten zu vertrauen und
  2. die eigenen Finanzen selbst in die Hand zu nehmen.

„Genau so, wie es Daniel vom Blog Finanzrocker mit seinem angelegten Erbe erging.“ sagte Angelika. „So war es bei uns auch.“ Daniel hielt auf dem Kapital-Gipfel einen Vortrag, wie er dazu kam, seine Finanzen nun selbst zu rocken. Hierüber bloggt er nicht nur, er hat auch einen Podcast. Angelika fing gleich an, davon zu schwärmen. Da konnte ich ihr nur zustimmen, der Poscast ist wirklich hörenswert.

Der Neuanfang?

Ich fragte sie, was sie dann getan haben und was mit dem Traumhaus wurde.
„Der Traum vom Haus war nach diesem Gespräch erst einmal ausgeträumt.“ Aber das Thema Geldanlage ließ ihr keine Ruhe. Angelika meinte, sie machte es genauso wie Albert vom Blog Finanzwesir in seinem Vortrag beschrieb. Sie kaufte sich die einschlägigen Finanzmagazine, hörte auf deren Rat und legten so ihr Geld an, natürlich nur kleine Summen. „Aber ich stellte schnell fest, dass das noch nicht der richtige Weg für uns war.“ Sie meinte, nur weil sie nun auf die Ratschläge der Finanzmagazine hörte, anstatt auf ihren Bankberater, hatte sie immer noch keinen richtigen Durchblick. Sie kaufte und verkaufte an der Börse, je nach Gefühl und was in den Zeitschriften stand. Es war wahnsinnig aufwendig, alles im Blick zu behalten, um rechtzeitig zu kaufen oder zu verkaufen. „Eigentlich wollte ich mich nicht ständig mit meinem Vermögen beschäftigen, ich wollte es liegen lassen und ihm entspannt beim Wachsen zu schauen.“

Die Suche nach dem entspannten Weg

„So bin ich eines Tages auf den Blog vom Finanzwesir gestoßen“. Dort fand sie, was sie suchte: Einem Weg, stressfrei Geld anzulegen und sich nicht andauernd mit der Geldanlage beschäftigen zu müssen. Die sogenannte passive (entspannte) Geldanlage. Sie empfahl mir auch, unbedingt Alberts Buch Der Finanzwesir – Was Sie über Vermögensaufbau wirklich wissen müssen. als Einstiegslektüre zu lesen. Er bringt dieses Thema Finanzen auf eine unglaublich lockere Art rüber.
Davon konnte auch ich mich schon bei seinem Vortrag auf dem Kapital-Gipfel überzeugen.

„Und wenn Sie damit fertig sind, sollten Sie sich den Kommer vornehmen!“ Sie meinte Gerd Kommers Klassiker unter den Büchern zur passiven Geldanlage, das Buch Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs Dass das Buch wahrscheinlich ein wenig anspruchsvoller werden würde, merkte ich schon bei seinem Vortrag auf dem Kapital-Gipfel. Aber der Mann steckt eben tief in der Materie drin, ein Experte auf seinem Gebiet.

Was wurde aus dem Traum vom Haus?

Im Endeffekt, sagt sie, ist sie ihrem Bankberater sogar dankbar. Sonst wäre sie nie auf die Idee gekommen, sich selbst mit ihrer Geldanlage zu beschäftigen. Sie meint, es ist so wunderbar, seinem Geld entspannt beim Wachsen zuzuschauen.

„Ach ja, das Traumhaus. Wie schon gesagt, haben wir das Projekt Traumhaus auf Eis gelegt und konzentrierten uns erst einmal auf unseren Nachwuchs – zum Glück!“ sagte sie. Einige Monate später, so erzählte sie, rief ihr Makler noch einmal an. Der Besitzer des Hauses wurde von seinem Arbeitgeber versetzt und war nun mehr oder weniger gezwungen, das Haus zu verkaufen. Für die Hälfte des ursprünglichen Preises. Und so kamen sie doch noch zu ihrem Traum vom Haus.

Das war es wert

Dadurch, dass Angelika und ihr Mann ihre Finanzen selbst in die Hand genommen haben, haben sie ein viel besseres Gespür für den Umgang mit Geld bekommen. Sie geben ihr Geld bewusst aus und investieren es gezielt. Ihren Hauskredit werden sie 10 Jahre eher abbezahlen können. Sie haben auch für ihre Tochter Geld investiert, um ihr später finanziell bei der Ausbildung unter die Arme greifen zu können.

„Ich höre nie auf, mich mit den Möglichkeiten der privaten Geldanlage zu befassen“. Derzeit beschäftigt sie sich gerade mit dem Thema Dividendenaktien. Deswegen hat ihr der Vortrag vom Christian W. Röhl vom Blog Dividendenadel auch am besten gefallen.

Zum Abschied gab sie mir noch einen Rat mit auf den Weg:

Beim Vermögensaufbau ist es wie im Leben, es gibt Hochs und Tiefs. Nur wenn Sie die Tiefs bei dem langfristigen Vermögensaufbau aushalten, können Sie die Hochs erleben und davon profitieren. Lassen Sie Ihre Geldanlage liegen und schauen Sie so selten wie möglich nach. Das und nur das hilft Ihnen, beruhigt zu schlafen.

Diese Geschichte zum Abschluss eines sehr interessanten und abwechslungsreichen Kapital-Gipfels hat mir wieder eins gezeigt: Mich selbst um meine Finanzen zu kümmern ist der beste Weg, um die Kontrolle darüber zu haben, was mit meinem Geld geschieht.

Ich danke Dir für Deine Zeit, sie ist das kostbarste, was wir haben.

Deine Jule

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