Enthüllt: So regeln wir Geld in unserer Partnerschaft

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Enthüllt: So regeln wir Geld in unserer Partnerschaft

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Thema Nr. 1: Geld in der Partnerschaft

Es geht um eines der wichtigsten Themen in einer Partnerschaft: das liebe Geld. Über nichts wird mehr gestritten. Es ist oft ein sehr heikles Thema in der Ehe, Partnerschaft oder auch Lebensgemeinschaft. Da das Thema in jeder Partnerschaft anders geregelt wird, haben die wunderbaren Bloggerinnen vom Finanzblog Klunkerchen zur Blogparade „Geld und Partnerschaft“ aufgerufen.

Das Thema Geld stellt auch für meinen Mann Mirko und mich immer mal wieder eine Herausforderung dar. Daher werde ich hier mal ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern, wie das bei uns so läuft. Fakt ist: Wir haben im letzten Jahr so viel über Geld gesprochen, wie die letzten 11 Jahre davor nicht.

Wie haben wir das die 11 Jahre nur gemacht? Warum haben wir erst letztes Jahr angefangen? Was hat sich verändert? Welche Herausforderungen sind uns begegnet und wie haben wir sie gemeistert? All das erfährst Du in diesem Artikel. Viel Spaß beim Lesen.

Meine, Deine, Unser?

Zu Beginn unserer Partnerschaft ging es uns wie vielen Paaren: da hatte jeder sein eigenes Konto. Bei gemeinsamen Unternehmungen hat manchmal sogar jeder selbst bezahlt, aber das war für uns okay. Als wir in unsere erste gemeinsame Wohnung zogen, kam ein drittes Konto hinzu, das Gemeinschaftskonto. Von diesem Konto gingen alle Kosten rund um die Wohnung ab und die Ausgaben für unsere Lebensmittel. Da ich damals noch studiert habe, hat Mirko den größten Teil davon übernommen. Als ich dann das erste richtige Geld bekommen habe, haben wir dann schnell 50/50 gemacht. Was jeder mit dem restlichen Geld gemacht hat, hat uns eigentlich nicht weiter interessiert.

Zwei Welten treffen aufeinander

In puncto Geld-Ausgeben waren wir SEHR unterschiedlich in unserer Partnerschaft. Ich war die ShoppingQueen und Mirko der Shopping Muffel. Wenn ich neue Hosen oder Schuhe brauchte, war ich stundenlang exzessiv Kleidung anprobieren und einkaufen. Bei Mirko war das eine Sache in einer halben Stunde gegessen. Ich konnte nie genug bekommen, er war mit wenig zufrieden. Aber wir stritten in unserer Partnerschaft selten darüber, es war jedem sein Geld. Ich glaube aber eher, das liegt an Mirkos ruhiger Art. Er hat zwar immer den Kopf geschüttelt, aber nie etwas gesagt, wenn ich mal wieder von einer Shopping-Tour heimkam. Es wäre auch egal gewesen. Damals hätte ich es ihm super erklären können:

Denn bekanntlich treffen wir unsere Kauf-Entscheidung zwar emotional ( „Oh das Innenmuster der Handtasche ist sooo schön“) begründen es allerdings rational ( „Ich habe doch noch keine Handtasche in dieser Größe, die brauche ich wirklich unbedingt!“)

Und sie lebten friedlich, bis an ihr Lebensende

Es klingt doch einfach zu schön, um wahr zu sein. War es leider auch. Denn meine exzessiven Shoppingtouren führten zu meinem Tiefpunkt. Shoppingtouren sind prima, wenn Du das nötige Kleingeld hast und nicht nur denkst, du hättest es. Böser Fehler, der mich mitten in meiner Elternzeit mit verheerender Gewalt einholte: Denn auf einen Schlag war ich pleite und musste mich zwangsläufig mit meinen Finanzen auseinandersetzen. Doch nicht nur ich.

Ein klärendes Gespräch und fertig, oder?

Es wurde Zeit, endlich mal in unserer damals 11-jährigen Partnerschaft über Geld zu sprechen. Nicht, dass wir vorher nicht darüber gesprochen haben, aber es führte bisher noch zu keiner Veränderung. Und diese war dringend notwendig.

Du brauchst in deiner Partnerschaft auch dringend eine Veränderung und Du weißt nicht recht weiter? In dem Artikel Wie spreche ich mit meinem Partner über Geld? bekommst Du ein paar Tipps und einen Leitfaden von mir.

Aller Anfang ist schwer

Erst mal Ordnung in das Chaos zu bringen war schon heftig. Zum einen habe ich natürlich geschaut, wo mein ganzes Geld hingeflossen ist und habe mir eine dringend notwendige Shoppingdiät verordnet. Weiterhin ist uns aufgefallen, dass wir eigentlich keinen richtigen Plan über unsere Finanzen hatten. Zwar hatten wir eine kleine Excel-Tabelle, aber die galt nur den wirklich wichtigen Ausgaben wie Miete, Versicherungen und Lebensmittel. Was jeder einzelne noch für Zusatzkosten hat oder wie viel Geld jeder auf verschiedenen Konten hatte, war uns gegenseitig unklar. Es war Zeit Licht ins Dunkel zu bringen.

Excel ist the KING

Wir haben uns also unsere kleine Excel-Tabelle genommen und diese erweitert. Hier stehen wirklich ALLE Kosten drin. Von meinem Audible Abo oder Mirkos Amazon Prime Mitgliedschaft bis hin zu den Kosten, die uns beide betreffen wie Miete und dem Autokredit steht alles drin. Zusätzlich enthält die Tabelle nun auch noch alle unsere Einnahmen (Gehalt etc.), damit wir wissen, ob das alles überhaupt aufgeht und wie viel wir am Monatsende noch übrighaben.Partnerschaft und Excel

Hier erfassen wir die monatlichen, aber auch die quartalsweisen und die jährlichen Kosten und Einnahmen. Die Quartals- und Jahreskosten haben wir auf 12 Monate aufgeteilt. Wir bilden somit das ganze Jahr Rücklagen, zum Beispiel für die GEZ und die Autoversicherung. Das hat den Vorteil, dass wir im Januar, wenn die jährlichen Steuern und Versicherungen anstehen, keine Schnappatmung bekommen, sondern das Geld einfach aus unseren Rücklagen nehmen.

Aus dieser Excel-Tabelle heraus haben wir den festen Betrag ermittelt, den jeder von uns auf unser Gemeinschaftskonto zahlen muss, damit die Deckung der gemeinsamen Kosten und Rücklagen gewährleistet ist. Für diesen Betrag haben wir jeweils einen Dauerauftrag eingerichtet, der das Geld am Anfang des Monats automatisch auf unser Gemeinschaftskonto überweist. Das haben wir so festgelegt, daran gibt es nichts zu rütteln, das ist ein MUSS für uns beide.

Gezielt in die Zukunft

Wir haben uns in unserer Partnerschaft zusätzlich auch klare Regeln und Ziele rund um die Finanzen gesetzt. Eine Regel ist zum Beispiel, keinen Konsumkredit mehr aufzunehmen und ein Ziel ist, unser Auto schneller mit Sondertilgungen abzubezahlen. Ein weiteres Ziel ist es, in ferner Zukunft die Wohnung umzubauen und dabei einige Zimmer neu zu renovieren und auszustatten. Das Ganze wollen wir ohne Kredit und 0 % Finanzierung bewerkstelligen. So wie es früher unsere Eltern auch gemacht haben. Wir haben dafür einen Sparplan angelegt und besparen diesen jeden Monat, sodass wir in 6 Jahren ein schönes Polster zum Umbau haben. Es fühlt sich in der heutigen Zeit schon fast ein wenig eigenartig an, auf etwas über viele Jahre hinweg zu sparen.

Wir möchten in Zukunft nur Geld ausgeben, was wir auch tatsächlich haben. Punkt.

Ein Stück Freiheit

Es ist befreiend zu wissen, was wir tatsächlich für Kosten haben und dass wir eine Übersicht darüber haben. Es gibt uns ein ganzes Stück Kontrolle zurück. Mit dem Geld, das jeder nach Abzug der Kosten zur Verfügung hat, kann aber jeder noch anstellen was er will. Wenn es größere Ausgaben betrifft, sprechen wir jedoch darüber und holen die Meinung des Anderen ein. Aber wir müssen uns gegenseitig keine Rechenschaft ablegen. Wir gönnen dem anderen sein Geld. Das ist das Stück Freiheit, was jeder von uns in unserer Partnerschaft hat und auch haben soll. Wir sprechen offen darüber. Niemand von uns muss lügen oder etwas vorm Partner geheim halten.

1+1=3 We are family

Vor 2 Jahren ist unser kleiner Sohn zur Welt gekommen. Auf einmal gab es nicht nur: meine, deine, unser, sondern noch fürs Baby. Uns war klar, dass das ein finanzieller Einschnitt in unser Leben wird, aber ein echt süßer. Von meiner ersten Herausforderung, beziehungsweise meinem Tiefpunkt in der Elternzeit habe ich ja oben schon berichtet. Wenn Du noch mehr Details haben willst, besuche doch einfach meine Über mich Seite.

Da wir uns erst in der Zeit nach der Geburt unseres Sohnes so richtig mit unseren Finanzen auseinandergesetzt haben, haben wir alle Kosten dafür mit eingerechnet. Wir müssen Sie nur immer aktuell halten. Zum Beispiel Kita-Gebühren, Verpflegung aber auch das Kindergeld ist nun mit in der Excel-Tabelle.

Nur das Beste fürs Kind

Schwieriger empfand ich eher den Druck, für das Kind „alles richtig“ machen zu müssen. Und dieses „Ich will das Beste für mein Kind“ bringt die verschiedensten Herausforderungen mit sich. Leider waren wir als Neu-Eltern auch leicht zu beeinflussen. Nach den ersten drei Monaten stand ein Bekannter (ein Bankberater von Beruf) vor unserer Tür. Ehe wir uns versahen, hatten wir einen Bausparvertrag für das Kind abgeschlossen, eben weil wir „nur das Beste“ für unser Kind wollten. Wir wurden förmlich überrumpelt. Dieser Bausparer ist jetzt nicht das schlechteste, aber eben auch nicht das Beste. Denn Kontrolle darüber habe ich nicht.

Aber wie sorge ich nun für das Kind richtig vor?

Wir beließen es erst einmal bei dem Bausparer, bald kommt allerdings noch ein Junior Depot mit dazu. Viel wichtiger war für uns allerdings die Entscheidung, unser Kind nicht mit Kleidung und Spielzeugen zu verwöhnen. Die ersten 6 Monate habe ich auch so viel Zeug für den Kleinen gekauft, aber danach war ich bekanntlich die PleiteQueen. Uns ist klargeworden, dass unser Sohn uns auch liebt, ohne dass seine Kleidung farblich aufeinander abgestimmt ist und er das tollste Spielzeug hat. Gerade in dem Alter von 2 Jahren interessiert es ihn nämlich nicht die Bohne! In meinem Empfinden geht es manchen Eltern darum, vor der Welt anzugeben, was das Kind alles Tolles anzuziehen oder zu spielen hat. Darüber sind wir allerdings weg. Zum Glück.

Nein zu sagen gehört sowieso zu den größten Herausforderungen der Erziehung, meiner Meinung nach. Aber das kannst Du lernen. Uns hilft das auch bei jeglichen finanziellen Entscheidungen. Wir fragen uns immer: Braucht er dieses und jenes wirklich? Gerade jetzt, wo es ihn noch nicht interessiert, wie er aussieht und sich an so vielen Dingen erfreut, die nichts kosten.

Ich bin auch der festen Überzeugung, dass es das Wichtigste ist, den bewussten Umgang mit Geld vorzuleben. Wir wollen keine Geheimnisse vor unserem Sohn über unsere finanzielle Situation haben. Noch interessiert es ihn alles nicht, aber wenn er anfängt, es zu verstehen, werden wir ihm unsere Welt über den Umgang mit Geld erklären. Wir wollen in der Kindererziehung an einem Strang ziehen, egal ob es nun um Geld, Regeln oder Einstellungen geht.

Benachteiligung in der Elternzeit?

Die Elternzeit wirkt sich natürlich auf die Rente aus, aber fühle ich mich dadurch benachteiligt? Nein. Ich habe es mir ja selber ausgesucht und hätte auch mit Mirko 50/50 machen können. Dass ich zusätzlich und deutlich mehr für die Rente machen muss als Mirko, wusste ich schon, nachdem ich mein halbes Leben studiert habe. Mein Ziel ist, im Alter unabhängig vom staatlichen Rentensystem zu sein. Das ist meine Form der Freiheit.

Und was ist im Alter?

Unsere Altersvorsorge haben wir in unserer Partnerschaft schon immer getrennt behandelt. Ich wüsste jetzt spontan auch gar nicht, warum wir es anders machen sollten. Wir sind uns immer bewusst gewesen, dass das jeder für sich machen sollte, auch im Falle einer Trennung. Wir haben auch beide ganz unterschiedliche Konzepte der Altersvorsorge. Das einzige, was wir beide haben ist ein Riester Vertrag. Den aber auch jeder für sich. Ansonsten hat Mirko eine Betriebsrente und ich einen ETF Sparplan zusätzlich.

Fazit: Kommunikation ist alles

Unsere Partnerschaft ist noch harmonischer geworden, seitdem wir das Thema Geld mit in unsere Gespräche aufnehmen. Ich habe sogar das Gefühl, es hat unsere Partnerschaft auf eine neue und noch vertrautere Ebene gehoben. Wir haben unsere Ziele und Wertvorstellungen abgeglichen und können den anderen jetzt besser verstehen. Und die Tatsache allein führt schon zu viel weniger Reibereien. Was wir gelernt haben ist, dass es nicht mit einem Gespräch oder dem Erstellen einer Excel-Tabelle getan ist. Auch wir sind noch lange nicht am Ziel. Bei uns ist eine fortwährende Kommunikation über Geld entstanden. Es macht ja auch Sinn, denn unser Leben ist in ständiger Bewegung. Unsere Lebensbedingungen und Ziele ändern sich und wir passen uns an. Und das ist auch mein Tipp an Dich: Wenn ihr euch regelmäßig austauscht, beugt ihr Unmut oder Streit gleichzeitig mit vor und schafft Vertrauen. Und das ist ja bekanntlich die Grundlage für eine funktionierende Partnerschaft.

Wie regelst Du das mit dem Geld in der Partnerschaft? Vielleicht hast Du ja noch eine bessere Idee als eine Excel-Tabelle? Schreib mir gern ein Kommentar dazu. Du weißt ja, darüber freue ich mich immer wie ein Schnitzel.

Vielen Dank für Deine Zeit, sie ist das kostbarste, was wir haben.

Deine Jule

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Von | 2018-05-15T15:29:47+00:00 11 September 2017|Kategorien: Blog, Geld & Familie|3 Kommentare

3 Comments

  1. Gisela 01/10/2017 um 12:43 Uhr - Antworten

    Liebe Jule,

    vielen Dank für den spannenden Einblick in Eure Geld und Beziehungswelt. Nicht ganz verstanden habe ich allerdings, warum Du Dich alleine für Euren Sohn entschieden hast. Bzw. wohl für die Elternzeit und die Erziehungsarbeit entschieden hast. Das Kind ist ja trotzdem von Euch beiden, wäre da ein Ausgleich für Deine Altersvorsorge nicht angemessen?

    Viele Grüße
    Gisela

    Von den Damen von Klunkerchen

    • Jule 02/10/2017 um 14:24 Uhr - Antworten

      Hallo Gisela,
      vielen Dank für den Kommentar. Da will ich mal ein wenig Licht ins Dunkel bringen.
      Ich habe mich nicht allein für die Elternzeit bzw. für die Erziehungsarbeit entschieden, diese Entscheidung haben wir als Paar gemeinsam getroffen. Ich habe 12 Monate Elternzeit gemacht und mein Mann hat 2 Monate übernommen. Das hatte verschiedene Gründe. Zum einen JA, es war mein Herzenswunsch, meinen Sohn die ersten 12 Monate so intensiv aufwachsen zu sehen. Aber es war auch ein finanzieller Aspekt mit dahinter. Mein Mann hat zu dieser Zeit schon viel mehr verdient als ich, da war es nur logisch und sinnvoll, die Elternzeit so aufzuteilen.

      Ich bin nie auf die Idee gekommen, einen Ausgleich für die Altersvorsorge von meinem Mann oder von wem auch immer zu verlangen. Mein Mann hat mich genauso finanziell in meinem Studium unterstützt und wollte dafür auch nie einen Ausgleich. Aber ich bin mir, wie im Artikel beschrieben, natürlich bewusst darüber, dass ich in Bezug auf die Altersvorsorge noch eine Kohle mehr drauflegen muss und werde. Das ist kein Problem.

      Wir müssen uns beide mit dieser Entscheidung wohlfühlen und das tun wir. Niemand fühlt sich benachteiligt oder ungerecht behandelt. Und unter uns gesagt: Dieses eine Jahr mit meinem Sohn war mir viel wertvoller, als dass das je eine Altersvorsorge in dieser Zeit aufwiegen kann.

      Viele Grüße
      Jule

  2. […] Jule, die Monetenqueen hat mit ihrem Partner lange nicht über Geld geredet. Nach 11 Jahren aber sehr intensiv, weil sie fast pleite war. Es fühlt sich für sie heute gut an und hat in ihren Augen die Partnerschaft intensiviert, mehr über die Geldvorstellungen des Anderen zu wissen und sich gegenseitig mehr zu vertrauen und die unterschiedlichen Sichtweisen zu respektieren. Ein langer Beitrag über spannende Lösungen. […]

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